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HumusKlimaNetz-Feldbegehung auf dem Biolandbetrieb Antoniushof (Hessen) am 5.10.2025
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Veröffentlicht am
19. Februar 2026

Am Sonntag, den 5. Oktober 2025, fanden auf dem Biolandbetrieb Antoniushof in Fulda zwei Feldbegehungen des HumusKlimaNetz statt. Im Mittelpunkt stand das Thema „Zwischenfruchtanbau – Etablierungsverfahren und Saatgutmischungen“.
Die Feldbegehungen waren Teil des Agrarkulturtags, einer zweijährlich stattfindenden Veranstaltung mit vielfältigem Programm und zahlreichen Ausstellenden. Trotz zeitweisen starken Winds und Regen nahmen rund 20 Interessierte an den beiden Rundgängen teil. Auf den Ackerflächen wurden verschiedene Zwischenfruchtmischungen unter variierenden Bedingungen verglichen: von klassischer Aussaat mit Drilltechnik über Direktsaat, bis hin zu unterschiedlichen Formen der Bodenbearbeitung nach Pflug oder bei reduzierter Bearbeitung. Auch die Saatzeitpunkte variierten.
Veith Zimmermann, BSV-Saaten, stellte die Zusammensetzung der Mischungen sowie deren Vor- und Nachteile vor und zeigte anschaulich die Unterschiede in der Wurzelentwicklung einzelner Komponenten. Besonders schnell entwickelten sich kreuzblütige Arten wie Senf, Ölrettich und Kresse. Insgesamt blieb der Aufwuchs vieler Mischungen jedoch aufgrund einer ausgeprägten Trockenheitsphase überschaubar.

Veith Zimmermann, BSV-Saaten (1 v.r.), zeigt den Teilnehmenden die Wurzelentwicklung des Ölrettich, im Hintergrund ist der Unterschied zwischen den verschiedenen Saatgutmischungen zu sehen.

Wurzelentwicklung der unterschiedlichen Mischungskomponenten im Vergleich

Deutlich wurde in der Diskussion, dass ein früher Saatzeitpunkt in der Regel zu einem besseren Aufwuchs führt. Auf einer bereits Anfang August eingesäten Fläche waren die größten Pflanzen zu finden, allerdings gingen einzelne Arten aufgrund der Trockenheit frühzeitig in die Blüte. Gleichzeitig wurde erwartet, dass sich auch die später gesäten niedrigeren Bestände noch zufriedenstellend entwickeln würden. Durch die spätere Etablierung der Bestände ist das Wurzelwachstum begrenzt, wodurch sich auch der erwartete Beitrag zum Humusaufbau entsprechend reduziert.
Moritz Böhm, Bioland, ist Betriebsbegleiter im HumusKlimaNetz und erläuterte die Unterschiede zwischen herkömmlicher Aussaat und Direktsaat. Die Cameleon-Sämaschine wurde vor Ort vorgestellt. Positiv hervorgehoben wurde eine Weizenstoppel, in der die Zwischenfrucht kurz nach der Ernte eingesät wurde und in Kombination mit erneut austreibender Luzerne aus der Vorfrucht einen zufriedenstellenden Zwischenfruchtbestand bildete.

Moritz Böhm, HumusKlimaNetz-Betriebsbegleiter von Bioland (1. v. r.), stellte den Teilnehmenden die unterschiedlichen Etablierungsverfahren der Zwischenfrüchte vor.

Direktsaat kurz nach der Weizenernte: Durchgewachsene Luzerne aus der Vorfrucht sorgt gemeinsam mit der Zwischenfrucht für einen zufriedenstellenden Bestand.

Moritz Böhm, HumusKlimaNetz-Betriebsbegleiter von Bioland (1. v.l.) stellt die Direktsaatmaschine am Feldrand vor.