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Zwischenfrüchte

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Ziele

Was möchte ich mit meiner Untersaat erreichen? Vor der Etablierung einer Untersaat steht die Bestimmung der Ziele bzw. Nutzung einer Untersaat im Vordergrund. Die Nutzung einer Untersaat steht in Verbindung mit der Wahl von Komponenten oder Mischungen. Eine Untersaat kann beispielsweise zur Futternutzung dienen sowie gleichzeitig in Form einer Zwischenfrucht positive Effekte auf sämtliche Bodeneigenschaften und Nährstoffkreisläufe erzielen. Bei der Nutzung als Zwischenfrucht sichert die Untersaat gerade in trockenen Sommern eine rechtzeitige Etablierung von Begrünungen bereits vor der Ernte der Hauptfrucht. Bei Zwischenfrüchten kann bei einer Sommertrockenheit die Gefahr bestehen, dass diese nicht auflaufen. Ebenfalls gewähren Untersaaten eine längere Bodenruhe, sowie Bodenschutz.

Bodenverbesserung

Untersaaten stärken wichtige Bodeneigenschaften und erhöhen die Bodenfruchtbarkeit. Sie fördern eine Krümelstruktur, Bodengare und verbessern die Tragfähigkeit sowie Befahrbarkeit. Eine Untersaat bleibt in der Regel nach der Ernte der Hauptkultur auf der Fläche stehen. Die lange Standzeit der Untersaat verbessert durch die anhaltende Bodenruhe die Bodenstruktur, Durchwurzelung und biologische Aktivität im Boden.

Erosionsschutz

Ein durchgehender, flächendeckender Bewuchs („immergrün“) reduziert den Abtrag des Bodens in Form von Wind oder Wasser insbesondere bei Reihenkulturen wie Mais. Eine intensive Wurzelausbildung fördert die Aggregatstabilität im Boden. Die oberirdische Pflanzenmasse schützt die Bodenoberfläche, sowohl während der Anbauphase einer Hauptkultur als auch danach.

Verdunstungsschutz

Die durch eine Untersaat nach der Ernte der Hauptfrucht geschlossene Pflanzendecke, schützt den Boden vor Verdunstung, Austrocknung und Hitze. Eine Untersaat hat einen kühlenden Effekt auf den Boden und kann eine längere Wasserverfügbarkeit absichern. Die Feuchtigkeit im Boden wird besser gespeichert.

Unkrautregulierung

Eine rechtzeitige Bodenbedeckung hat gerade im Ökolandbau eine wichtige Bedeutung für die effektive Unkraut- und Ungrasbekämpfung. Die Untersaatkomponenten bewirken eine Konkurrenz für Unkrautsamen um Licht, Wasser und Platz im Bestand. Eine zügige Etablierung der Untersaat sichert einen Beschattungseffekt.

Im konventionellen Anbau kann bei erfolgreicher Unkrautunterdrückung auf einen Herbizideinsatz in der Hauptkultur verzichtet beziehungsweise dieser zumindest reduziert werden.

Auf Standorten mit sehr starkem Unkrautdruck werden keine Untersaaten empfohlen, da die Unkrautbekämpfung durch die Untersaaten eingeschränkt wird.

Biomasseerzeugung

Untersaaten können zur Biomasseerzeugung genutzt werden. Nach der Ernte der Hauptkultur hat sich die Untersaat bereits gut etabliert. Der Bestand kann zur Schnittnutzung oder Beweidung genutzt werden. Hier sind allerdings die verbleibenden Stoppelrückstände der Hauptfrucht in der bestehenden Untersaat zu beachten.

Nährstoffspeicherung und -dynamik

Eine Untersaat sichert eine Nährstoffkonservierung und verhindert die Auswaschung beziehungsweise Verlagerung mobiler Nährstoffe in tiefere Bodenschichten und letztlich ins Grundwasser, gerade nach der Ernte der Hauptkultur. Einige Untersaatarten können die Mobilisierung und Verfügbarkeit von Nährstoffen zugunsten der Hauptkultur optimieren. Sind Leguminosen enthalten, wird zusätzlicher Luftstickstoff im Boden fixiert, der von der Folgekultur genutzt werden kann.

Förderung Bodenleben

Untersaaten fördern die biologische Aktivität im Boden und verbessern wichtige Bodeneigenschaften. Wurzelausscheidungen und organische Rückstände stellen eine wichtige Nahrungsgrundlage für das Bodenleben dar. Während die Hauptkultur im Sommer abreift und keine Wurzelexsudate an das Bodenleben liefert, übernimmt die bestehende Untersaat die Versorgung des Bodenlebens. Verschiedene Tiere des Bodens (zum Beispiel Regenwürmer, Milben) sowie Pilze schaffen wichtige Poren im Boden. Diese wiederum verbessern den Wasserhaushalt im Boden durch das Speichern von pflanzenverfügbarem Wasser, was bei zunehmender Trockenheit eine wichtige Bedeutung hat.

Humusanreicherung und Klimaschutz

Die zusätzliche Zufuhr organischer Substanz in Form von Wurzeln, Blättern und Pflanzenresten über den Anbau von Untersaaten fördert die Humusbildung. Gerade Wurzeln und Wurzelexsudate tragen maßgeblich zum Aufbau von Humus bei. Durch den Untersaatanbau erhöht sich die mikrobielle Aktivität des Bodens und es werden Prozesse zur Humusbildung angeregt. Dadurch leisten Untersaaten über die zusätzliche Kohlenstoffspeicherung im Boden einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.

(Gras-)Samenvermehrung

Da das Risiko gegenüber einer Blanksaat geringer ist, werden Gräser zur Samenvermehrung als Untersaat etabliert. Die Samenernte erfolgt dann im Folgejahr. Praktiziert wird dieses Verfahren vor allem bei Rotschwingel, Wiesenschwingel, Knaulgras, Wiesenlieschgras und Deutschem Weidelgras. Bei den kurzlebigen Ackerfuttergräsern Welsches und Einjähriges Weidelgras werden für die Grassamenvermehrung dagegen vorzugsweise Blanksaaten durchgeführt. Darüber hinaus wird Rotklee gerne als Untersaat zur Samenvermehrung im ökologischen Landbau genutzt.

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