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Hofgut Reußenstein

Ich bin Teil des HumusKlimaNetz, weil...

… für mich der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit oberstes Ziel ist. Der Humusaufbau ist ein Nebeneffekt, den ich gerne mitnehme. Durch das Projekt sehe ich, welche Maßnahmen wie viel bringen. Ich wirtschafte aus Überzeugung extensiv.
Durch unsere Strip-Till-Direktsaatmaschine, die wir seit einem Jahr einsetzen, reduzieren wir auf unserem kalten Standort die Bodenbearbeitung auf das absolute Minimum. Gleichzeitig beschäftigt mich die Frage, wie ich es schaffe, auf meinen Böden – mit möglichst wenig Einsatz von Pflanzenschutz und Düngemitteln – gute Erträge zu erwirtschaften. Wir arbeiten hier unter anderem mit Unterfußdüngung im Getreide und Raps. Unsere kargen Ackerböden haben teilweise nur eine Oberbodenauflage von zehn Zentimetern. Ich erhoffe mir vom HumusKlimaNetz verlässliche Aussagen dazu, ob und wie gut sich auch in unserer extremen Lage die Bodenstruktur langfristig erhalten lässt – auch um das Klima wirkungsvoll zu schützen. Durch meine Beteiligung am HumusKlimaNetz kann ich Maßnahmen ausprobieren, die beides fördern: Bodengefüge und Humusaufbau. Ich habe hier die Möglichkeit, Neues auszuprobieren und dabei professionelle Unterstützung und Feedback zur Wirksamkeit zu erhalten.

Betriebsbeschreibung

Das Hofgut betreiben David Rothfuß und Katrin Fischer gemeinsam mit Davids Vater und einem Mitarbeiter. Es liegt direkt am Albtrauf der Schwäbischen Alb auf 735 Metern, zwischen Ulm und Stuttgart. Die Ursprünge gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Der Betrieb betreibt Mutterkuhhaltung mit Galloway-Rindern, arbeitet konventionell und extensiv, setzt aber auf seinem Grünland ausschließlich organischen Dünger ein. Das Düngen der arten- und kräuterreichen Wiesen, viele davon mit FFH-Status, mit Festmist fördert die Artenvielfalt in erheblichem Maße. Die Rinder erhalten ausschließlich frisches Gras von der Weide und im Winter Heu und Grassilage. Der Ackerbau findet überwiegend pfluglos und fungizidfrei statt. In der Bodenbearbeitung wird wegen der flachgründigen und schweren Böden auf den Pflug verzichtet, nur nach Kleegras wird sehr flach gepflügt. Der Betrieb besitzt bewusst keine Kreiselegge. Mulchsaat wird seit 1994 erfolgreich umgesetzt und Direktsaat mittels Strip-Till-Sätechnik seit März 2025. David und Katrin setzen auf ihrem Betrieb auf Untersaaten und Zwischenfrüchte, um mit einer starken Wurzelbildung das Bodengefüge zu verbessern, zu stabilisieren und Bodenverdichtungen effektiv zu durchdringen. Sie experimentieren aber auch mit der Erzeugung von Holzhackschnitzeln. Ein Agroforstsystem wurde mit 11 Meter breiten Pappelstreifen auf einer Ackerfläche von insgesamt 9,3 Hektar angelegt sowie eine kleinere Kurzumtriebsplantage von 0,4 Hektar. Etwa alle acht Jahre wird geerntet, dann könnten die Pappeln je nach Bedarf den halben bis ganzen Jahresbedarf der am Betrieb vorhandenen Holzhackschnitzelheizung decken.
Auf den Demoflächen vergleichen sie verschiedene mehrjährige Feld- bzw. Ackerfuttermischungen und testen den Nutzen von Pflanzenkohle. Im HumusKlimaNetz setzen sie überdurchschnittlich viele Maßnahmen um, vor allem die Agrargehölze haben mit rund 10 Hektar einen großen Umfang.

Betriebsspiegel

Hofgut Reußenstein

Wirtschaftsweise

konventionell

Boden-Klima-Raum

Voralpen und Hochlagen

Betriebsgruppe

Süd-West

Betriebsschwerpunkte

Mutterkuhhaltung mit Direktvermarktung und Herdbuchzucht, Gaststätte mit Gartenwirtschaft, Ackerbau und Heuverkauf, Landmaschinenreparaturwerkstatt

Betriebsfläche

113 ha Betriebsfläche, davon 93 ha Grünland und 36 ha Ackerland

Arbeitskrafteinsatz

Familie

Bodenart

flachgründige Böden

Bodenpunkte

20 – 35

Niederschlag mm/Jahr

960

Angebaute Fruchtarten

Ackerfutter, Raps, Futtererbsen (-Gemenge), Winterweizen, Dinkel, Hafer, Winter- und Sommergerste, Ackerbohnen, Gelbweizen, Schwarzhafer

Nutztierhaltung

Mutterkuhhaltung von 80 Galloway-Rindern

Maßnahmen

Letzter Stand

Januar 2026