Zwischenfrüchte
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Ziele
Was möchte ich mit meiner Zwischenfrucht erreichen? Vor der Etablierung sollten die Ziele definiert und diese dann nach Priorität hierarchisch angeordnet werden. Die Ziele einer Zwischenfrucht stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit der Wahl der Arten oder Mischungen. Die meisten Zwischenfruchtarten erfüllen verschiedene Funktionen, sodass bei der Artenauswahl in Bezug auf die Ziele wenige Einschränkungen aufkommen.
Bodenverbesserung
Zwischenfrüchte stärken wichtige physikalische, chemische und biologische Bodeneigenschaften und erhöhen die Bodenfruchtbarkeit. Sie verbessern insgesamt die Bodenstruktur, Durchwurzelung, biologische Aktivität, Bodengare und fördern eine Krümelstruktur.
Erosionsschutz
Ein möglichst durchgehend flächendeckender Bewuchs reduziert einen Abtrag des Bodens durch Wind oder Wasser. Eine intensive Wurzelausbildung fördert die Aggregatstabilität im Boden und die oberirdische Pflanzenmasse schützt die Bodenoberfläche vor Verschlämmung und Erosion.
Verdunstungsschutz
Eine geschlossene Pflanzendecke schützt den Boden vor Austrocknung und Hitze. Eine Zwischenfrucht hat einen kühlenden Effekt auf den Boden, verbessert die Wasserspeicherfähigkeit und gewährt somit eine längere Wasserverfügbarkeit.
Unkrautregulierung
Eine schnelle Bodenbedeckung nach der Ernte der Vorkultur hat gerade im Ökolandbau eine wichtige Bedeutung im Hinblick auf eine effektive Unterdrückung von Unkräutern und Ungräsern sowie Ausfallgetreide. Die Zwischenfrucht tritt in Konkurrenz zu Unkräutern/Ungräsern um die Wachstumsfaktoren Licht, Wasser und Nährstoffe. Eine zügige Etablierung der Zwischenfrucht sichert den Beschattungseffekt. Für ein schnelles und sicheres Auflaufen der Zwischenfrucht ist ein feuchter Boden von Vorteil. Bei Trockenheit besteht die Gefahr einer unzureichenden Entwicklung und damit einer fehlenden Konkurrenzkraft gegenüber Ungräsern und Unkräutern.
Biomasseerzeugung
Bestimmte Zwischenfrüchte können hervorragend zur Biomasseerzeugung für die Futternutzung oder die energetische Nutzung in Biogasanlagen genutzt werden. Bei einer rechtzeitigen Etablierung bereits im Juni/Juli kann die Zwischenfrucht im Herbst zur Beweidung oder als Schnittgut genutzt werden. Winterharte Zwischenfrüchte können im folgenden Frühjahr zur Futtergewinnung genutzt werden.
Nährstoffspeicherung und -dynamik
Mit Zwischenfrüchten können sehr effektiv Nährstoffe biologisch gebunden und temporär „konserviert“ Dadurch wird eine potenzielle Auswaschung bzw. Verlagerung auswaschungsgefährdeter Nährstoffe wie Stickstoff (Nitrat) oder Kalium in tiefere Bodenschichten oder ins Grundwasser reduziert. Bei langjährigem Anbau von Zwischenfrüchten verbessert sich die Mobilisierung und Verfügbarkeit von Nährstoffen zu Gunsten der gesamten Fruchtfolge.
Förderung Bodenleben
Zwischenfrüchte fördern die biologische Aktivität im Boden und verbessern wichtige Bodeneigenschaften. Über Wurzelausscheidungen und organische Rückstände wird eine langfristige Nahrungsgrundlage für das Bodenleben sichergestellt. Verschiedene Tiere des Bodens (zum Beispiel Regenwürmer, Milben) sowie Pilze schaffen wichtige Poren im Boden. Mittelporen optimieren den Luft-/Wasserhaushalt im Boden durch das Speichern von pflanzenverfügbarem Wasser, was gerade bei zunehmender Trockenheit eine wichtige Bedeutung hat.
Humusanreicherung und Klimaschutz
Die zusätzliche Zufuhr organischer Substanz in Form von Wurzeln, Blättern und Stängeln über den Anbau von Zwischenfrüchten fördert die Humusbildung. Gerade Wurzeln und Wurzelexsudate tragen maßgeblich zu langsam abbaubaren Humusbestandteilen bei. Durch den Zwischenfruchtanbau erhöht sich die mikrobielle Aktivität und die Prozesse zur Humusbildung werden gefördert. Dadurch leisten Zwischenfrüchte über die zusätzliche Kohlenstoffspeicherung im Boden einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.
Phytosanitärer Aspekt
(Biologischer Pflanzenschutz/Unterbrechung der Entwicklungszyklen von Krankheiten und Schädlingen):
Bei der Auswahl von Zwischenfrüchten sollten primär Aspekte der Fruchtfolge bzw. fruchtfolgebedingter Krankheiten und Schädlinge berücksichtigt werden. Eine Zwischenfrucht darf selbst kein potenzielles Risiko als Zwischenwirt von Schädlingen zum Beispiel Nematoden oder Krankheiten - Grüne Brücke-- sein und auch nicht durch eine Aussamung zum Unkraut in Folgekulturen werden. Nur dann kann sie einen wichtigen Beitrag für die gezielte biologische Reduzierung von Schädlingen und die Unterbrechung der Entwicklungszyklen von Fruchtfolgekrankheiten
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Abfrierverhalten
Soll die Zwischenfrucht abfrierend oder winterhart sein? Wie erfolgt die Beseitigung der Zwischenfrucht über Winter beziehungsweise im Frühjahr?
abfrierend
Abfrierende Zwischenfrüchte frieren in der Regel durch Frost über Winter ab. Sehr frostanfällige Zwischenfruchtarten wie Buchweizen und Ramtillkraut sterben schon bei Temperaturen von +/- 1 °C ab. Dagegen friert Ölrettich je nach Entwicklungszustand erst bei wesentlich niedrigeren Temperaturen von - 9 °C ab.
Walzgang
Bei den zunehmend milden Wintern frieren einige Arten durch fehlende Frosteinsätze unzureichend ab. Der Absterbeprozess der Arten kann durch einen Walzgang vor dem Winter unterstützt werden. Das Abknicken der Pflanzen unterbindet den Saftstrom und Frost zieht besser in die Pflanzen ein.
winterhart
Winterharte Zwischenfruchtarten frieren nicht über Winter ab und müssen im Frühjahr vor der Bestellung der Hauptkultur mechanisch oder chemisch vernichtet werden. Die Wuchszeit über Winter sichert eine langfristige Nährstoffspeicherung, verhindert eine Nährstoffauswaschung und gewährt einen positiven Effekt auf den Grundwasserschutz. Der Anbau von winterharten Zwischenfrüchten wird nicht vor früh zu säenden Sommerungen empfohlen. Der üppige Bewuchs der Zwischenfrüchte nach dem Winter sorgt für ein langsames Abtrocknen der Böden und kann zu Problemen bei der Befahrbarkeit führen, besonders auf schweren Böden. In trockenen Frühjahren kann ein zu später Umbruch der Zwischenfrucht die Wasserverfügbarkeit für die Hauptkultur beeinträchtigen.
Winterharte Zwischenfrüchte entziehen dem Boden im Frühjahr weiterhin Wasser, das der Hauptkultur später fehlen könnte. Bei fehlenden Niederschlägen im Frühjahr ist ein rechtzeitiger Umbruch der Zwischenfrucht empfehlenswert, damit die Hauptkultur nicht in Konkurrenz um das verfügbare Bodenwasser zur Zwischenfrucht steht.
Gleichzeitig fördern sie bei Starkniederschlagsereignissen die Infiltration und damit die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens.
Totalherbizid
Nichtabfrierende Zwischenfrüchte, die über den Winter stehen bleiben, können im Frühjahr über verschiedene Verfahren beseitigt werden. Konventionelle Betriebe haben zum Teil die Möglichkeit, auf ein Totalherbizid zurückzugreifen. Hierbei sind die Vorschriften der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (PflSchAnwV) zu beachten.
Beim Umbruch der Zwischenfrucht sind stets die ordnungs- und förderrechtlichen Vorgaben zu beachten (z. B. Rote Gebiete etc.).
Mulchen
Ein Mulchen des Zwischenfruchtbestandes fördert zwar ein sicheres Abfrieren über Winter, sorgt aber auch für Stickstoffverluste. Beim Mulchen der grünen Biomasse entstehen Saft- und Gasverluste. Über den Winter gehen dadurch wichtige Nährstoffe verloren, die Nährstoffumsetzung wird durch die Zerkleinerung beschleunigt, was zu einer frühzeitigen Nährstofffreisetzung führt, die die Folgekultur nicht nutzen kann.
Statt dem Mulchen wird ein Walzen des Bestandes empfohlen. Das Abknicken der Pflanzen unterbindet den Saftstrom, Frost zieht besser in die Pflanzen ein und fördert das abfrieren der Bestände.
Beim Umbruch der Zwischenfrucht sind stets die ordnungs- und förderrechtlichen Vorgaben zu beachten (z. B. Rote Gebiete etc.).
Bodenbearbeitung
Nichtabfrierende Zwischenfrüchte, die über den Winter stehen bleiben, können im Frühjahr über verschiedene Verfahren beseitigt werden. Zwischenfrüchte können mechanisch eingearbeitet werden. Zu beachten ist der Zeitpunkt der Einarbeitung. Mit der Bearbeitung der Zwischenfrucht beginnt auch die Mineralisation. Deswegen wird die mechanische Bearbeitung einer Zwischenfrucht im Herbst nicht empfohlen, um Nährstoffverluste durch eine frühzeitige Verrottung des Zwischenfruchtaufwuchses und deren Mineralisierung zu vermeiden.
Beim Umbruch der Zwischenfrucht sind stets die ordnungs- und förderrechtlichen Vorgaben zu beachten (z. B. Rote Gebiete etc.).
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