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Zwischenfrüchte

Definition Zwischenfrüchte: Zwischenfrüchte sind Kulturen, die zwischen den Hauptkulturen auf einem Feld angebaut werden. Sie werden in der Regel nach der Ernte der Hauptkultur etabliert und vor der nächsten Anbauperiode wieder entfernt (geerntet, eingearbeitet o.Ä.). Unterschieden wird zwischen Winter- und Sommerzwischenfruchtanbau. Winterzwischenfrüchte sind winterhart und verlängern die Vegetationsperiode bis ins Frühjahr, während Sommerzwischenfrüchte in der Regel über Winter abfrieren oder vor dem Frost geerntet werden.

Zwischenfrüchte erzielen eine Vielfalt an positiven Umweltwirkungen. Als Unterstützungshilfe zum richtigen Management einer Zwischenfrucht dient der folgende Wegweiser.

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Ziele

Was möchte ich mit meiner Zwischenfrucht erreichen? Vor der Etablierung sollten die Ziele definiert und diese dann nach Priorität hierarchisch angeordnet werden. Die Ziele einer Zwischenfrucht stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit der Wahl der Arten oder Mischungen. Die meisten Zwischenfruchtarten erfüllen verschiedene Funktionen, sodass bei der Artenauswahl in Bezug auf die Ziele wenige Einschränkungen aufkommen.

Bodenverbesserung

Zwischenfrüchte stärken wichtige physikalische, chemische und biologische Bodeneigenschaften und erhöhen die Bodenfruchtbarkeit. Sie verbessern insgesamt die Bodenstruktur, Durchwurzelung, biologische Aktivität, Bodengare und fördern eine Krümelstruktur.

Erosionsschutz

Ein möglichst durchgehend flächendeckender Bewuchs reduziert einen Abtrag des Bodens durch Wind oder Wasser. Eine intensive Wurzelausbildung fördert die Aggregatstabilität im Boden und die oberirdische Pflanzenmasse schützt die Bodenoberfläche vor Verschlämmung und Erosion.

Verdunstungsschutz

Eine geschlossene Pflanzendecke schützt den Boden vor Austrocknung und Hitze. Eine Zwischenfrucht hat einen kühlenden Effekt auf den Boden, verbessert die Wasserspeicherfähigkeit und gewährt somit eine längere Wasserverfügbarkeit.

Unkrautregulierung

Eine schnelle Bodenbedeckung nach der Ernte der Vorkultur hat gerade im Ökolandbau eine wichtige Bedeutung im Hinblick auf eine effektive Unterdrückung von Unkräutern und Ungräsern sowie Ausfallgetreide. Die Zwischenfrucht tritt in Konkurrenz zu Unkräutern/Ungräsern um die Wachstumsfaktoren Licht, Wasser und Nährstoffe. Eine zügige Etablierung der Zwischenfrucht sichert den Beschattungseffekt. Für ein schnelles und sicheres Auflaufen der Zwischenfrucht ist ein feuchter Boden von Vorteil. Bei Trockenheit besteht die Gefahr einer unzureichenden Entwicklung und damit einer fehlenden Konkurrenzkraft gegenüber Ungräsern und Unkräutern.

 

Biomasseerzeugung

Bestimmte Zwischenfrüchte können hervorragend zur Biomasseerzeugung für die Futternutzung oder die energetische Nutzung in Biogasanlagen genutzt werden. Bei einer rechtzeitigen Etablierung bereits im Juni/Juli kann die Zwischenfrucht im Herbst zur Beweidung oder als Schnittgut genutzt werden. Winterharte Zwischenfrüchte können im folgenden Frühjahr zur Futtergewinnung genutzt werden.

Nährstoffspeicherung und -dynamik

​Mit Zwischenfrüchten können sehr effektiv Nährstoffe biologisch gebunden und temporär „konserviert“ Dadurch wird eine potenzielle Auswaschung bzw. Verlagerung auswaschungsgefährdeter Nährstoffe wie Stickstoff (Nitrat) oder Kalium in tiefere Bodenschichten oder ins Grundwasser reduziert. Bei langjährigem Anbau von Zwischenfrüchten verbessert sich die Mobilisierung und Verfügbarkeit von Nährstoffen zu Gunsten der gesamten Fruchtfolge.

Förderung Bodenleben

Zwischenfrüchte fördern die biologische Aktivität im Boden und verbessern wichtige Bodeneigenschaften. Über Wurzelausscheidungen und organische Rückstände wird eine langfristige Nahrungsgrundlage für das Bodenleben sichergestellt. Verschiedene Tiere des Bodens (zum Beispiel Regenwürmer, Milben) sowie Pilze schaffen wichtige Poren im Boden. Mittelporen optimieren den Luft-/Wasserhaushalt im Boden durch das Speichern von pflanzenverfügbarem Wasser, was gerade bei zunehmender Trockenheit eine wichtige Bedeutung hat.

Humusanreicherung und Klimaschutz

Die zusätzliche Zufuhr organischer Substanz in Form von Wurzeln, Blättern und Stängeln über den Anbau von Zwischenfrüchten fördert die Humusbildung. Gerade Wurzeln und Wurzelexsudate tragen maßgeblich zu langsam abbaubaren Humusbestandteilen bei. Durch den Zwischenfruchtanbau erhöht sich die mikrobielle Aktivität und die Prozesse zur Humusbildung werden gefördert. Dadurch leisten Zwischenfrüchte über die zusätzliche Kohlenstoffspeicherung im Boden einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.

Phytosanitärer Aspekt

​(Biologischer Pflanzenschutz/Unterbrechung der Entwicklungszyklen von Krankheiten und Schädlingen):
Bei der Auswahl von Zwischenfrüchten sollten primär Aspekte der Fruchtfolge bzw. fruchtfolgebedingter Krankheiten und Schädlinge berücksichtigt werden. Eine Zwischenfrucht darf selbst kein potenzielles Risiko als Zwischenwirt von Schädlingen zum Beispiel Nematoden oder Krankheiten - Grüne Brücke-- sein und auch nicht durch eine Aussamung zum Unkraut in Folgekulturen werden. Nur dann kann sie einen wichtigen Beitrag für die gezielte biologische Reduzierung von Schädlingen und die Unterbrechung der Entwicklungszyklen von Fruchtfolgekrankheiten

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Abfrierverhalten

Soll die Zwischenfrucht abfrierend oder winterhart sein? Wie erfolgt die Beseitigung der Zwischenfrucht über Winter beziehungsweise im Frühjahr?

abfrierend

Abfrierende Zwischenfrüchte frieren in der Regel durch Frost über Winter ab. Sehr frostanfällige Zwischenfruchtarten wie Buchweizen und Ramtillkraut sterben schon bei Temperaturen von +/- 1 °C ab. Dagegen friert Ölrettich je nach Entwicklungszustand erst bei wesentlich niedrigeren Temperaturen von - 9 °C ab.

Walzgang

Bei den zunehmend milden Wintern frieren einige Arten durch fehlende Frosteinsätze unzureichend ab. Der Absterbeprozess der Arten kann durch einen Walzgang vor dem Winter unterstützt werden. Das Abknicken der Pflanzen unterbindet den Saftstrom und Frost zieht besser in die Pflanzen ein.

winterhart

Winterharte Zwischenfruchtarten frieren nicht über Winter ab und müssen im Frühjahr vor der Bestellung der Hauptkultur mechanisch oder chemisch vernichtet werden. Die Wuchszeit über Winter sichert eine langfristige Nährstoffspeicherung, verhindert eine Nährstoffauswaschung und gewährt einen positiven Effekt auf den Grundwasserschutz. Der Anbau von winterharten Zwischenfrüchten wird nicht vor früh zu säenden Sommerungen empfohlen. Der üppige Bewuchs der Zwischenfrüchte nach dem Winter sorgt für ein langsames Abtrocknen der Böden und kann zu Problemen bei der Befahrbarkeit führen, besonders auf schweren Böden. In trockenen Frühjahren kann ein zu später Umbruch der Zwischenfrucht die Wasserverfügbarkeit für die Hauptkultur beeinträchtigen.

Winterharte Zwischenfrüchte entziehen dem Boden im Frühjahr weiterhin Wasser, das der Hauptkultur später fehlen könnte. Bei fehlenden Niederschlägen im Frühjahr ist ein rechtzeitiger Umbruch der Zwischenfrucht empfehlenswert, damit die Hauptkultur nicht in Konkurrenz um das verfügbare Bodenwasser zur Zwischenfrucht steht.

Gleichzeitig fördern sie bei Starkniederschlagsereignissen die Infiltration und damit die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens.

Totalherbizid

Nichtabfrierende Zwischenfrüchte, die über den Winter stehen bleiben, können im Frühjahr über verschiedene Verfahren beseitigt werden. Konventionelle Betriebe haben zum Teil die Möglichkeit, auf ein Totalherbizid zurückzugreifen. Hierbei sind die Vorschriften der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (PflSchAnwV) zu beachten.

Beim Umbruch der Zwischenfrucht sind stets die ordnungs- und förderrechtlichen Vorgaben zu beachten (z. B. Rote Gebiete etc.).

 

Mulchen

Ein Mulchen des Zwischenfruchtbestandes fördert zwar ein sicheres Abfrieren über Winter, sorgt aber auch für Stickstoffverluste. Beim Mulchen der grünen Biomasse entstehen Saft- und Gasverluste. Über den Winter gehen dadurch wichtige Nährstoffe verloren, die Nährstoffumsetzung wird durch die Zerkleinerung beschleunigt, was zu einer frühzeitigen Nährstofffreisetzung führt, die die Folgekultur nicht nutzen kann.

Statt dem Mulchen wird ein Walzen des Bestandes empfohlen. Das Abknicken der Pflanzen unterbindet den Saftstrom, Frost zieht besser in die Pflanzen ein und fördert das abfrieren der Bestände.

Beim Umbruch der Zwischenfrucht sind stets die ordnungs- und förderrechtlichen Vorgaben zu beachten (z. B. Rote Gebiete etc.).

Bodenbearbeitung

Nichtabfrierende Zwischenfrüchte, die über den Winter stehen bleiben, können im Frühjahr über verschiedene Verfahren beseitigt werden. Zwischenfrüchte können mechanisch eingearbeitet werden. Zu beachten ist der Zeitpunkt der Einarbeitung. Mit der Bearbeitung der Zwischenfrucht beginnt auch die Mineralisation. Deswegen wird die mechanische Bearbeitung einer Zwischenfrucht im Herbst nicht empfohlen, um Nährstoffverluste durch eine frühzeitige Verrottung des Zwischenfruchtaufwuchses und deren Mineralisierung zu vermeiden.

Beim Umbruch der Zwischenfrucht sind stets die ordnungs- und förderrechtlichen Vorgaben zu beachten (z. B. Rote Gebiete etc.).

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Fruchtfolge

Welche Zwischenfruchtkomponenten passen zu den Kulturen in meiner Fruchtfolge? Zwischenfruchtarten der gleichen Familie wie die Hauptkultur können eine grüne Brücke für Schädlinge und Krankheiten darstellen und die Hauptkultur negativ beeinflussen. Hier steht die Anbausicherheit bzw. die Verträglichkeit der Arten im Vordergrund.

Raps

Raps gehört zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler. In einer Rapsfruchtfolge können Kreuzblütler als Zwischenfrüchte Krankheiten wie Kohlhernie, Sclerotinia und Verticillium im Raps fördern. Diese Arten sind in der Zwischenfrucht zu vermeiden. 
Zu den Kreuzblütler-Arten gehören: Ölrettich, Senf, Tiefenrettich, Winterrübsen, Winterraps, Markstammkohl, Leindotter.

 

Leguminosen

Leguminosen können sowohl als Hauptkulturen als auch als Zwischenfrüchte in der Fruchtfolge vorkommen. Sie ermöglichen eine Stickstofffixierung über die Luft zugunsten der Folgekulturen und der Nährstoffeffizienz. Zusätzlich können sie durch ihre teilweise tiefen Wurzeln die Bodenstruktur verbessern. Als Hauptkulturen finden besonders die Ackerbohne, Erbse, Lupine und Sojabohne Anwendung. Zusätzlich wird die Luzerne aufgrund ihrer hohen Trockentoleranz immer beliebter im Futtermittelanbau.

Als Zwischenfruchtkomponenten sind besonders Kleearten eine gute Wahl, gerade in ökologischer Bewirtschaftung. Deren Aussaat wird ab Juli bis Mitte August empfohlen, da Leguminosen wärmeliebend sind. Bei einer Spätsaat ab Ende August zeigen Leguminosen geringere Wüchsigkeit aufgrund zunehmend kühlerer Temperaturen, sodass sie ihr Potenzial nicht ausschöpfen können. Leguminosen sind mit sich selbst unverträglich und anfällig für bodenbürtige Krankheiten wie die Leguminosenmüdigkeit. Bei Körnerleguminosen sind Anbaupausen von mindestens vier bis sechs Jahren zwischen den Hauptkulturen und Zwischenfrüchten einzuhalten. Kleinkörnige Leguminosen wie Weißklee, Inkarnatklee, Alexandrinerklee gelten hingegen als weitgehend selbstverträglich und können mit kürzeren Anbaupausen etabliert werden.

Zuckerrübe

Eine Zwischenfruchtetablierung vor der Zuckerrübe ist lohnend zur Förderung einer biologischen Bodengare für eine anschließende Mulchsaat zur Zuckerrübe. In Zuckerrübenfruchtfolgen wird der Anbau von nematodenresistenten Ölrettich- und Senfsorten zur Reduzierung der Rübenzystennematoden empfohlen.

Kartoffel

Zwischenfrüchte vor der Sommerkultur Kartoffel eignen sich hervorragend zur Gründüngung. In Kartoffelfruchtfolgen ist die Gefahr von Kartoffelzystennematoden zu bedenken. Um hier keine Einbußen zu riskieren, werden nematodenresistente Sorten empfohlen. Multiresistente Ölrettichsorten gewähren eine bessere Anbausicherheit in Bezug auf die Eisenfleckigkeit in Kartoffeln. Ölrettich hat zudem einen positiven Effekt im Hinblick auf die Reduzierung von Rhizoctonia. Aufgrund dieses Krankheitsdrucks wird der Anbau von Phacelia in Kartoffelfruchtfolgen wird nicht empfohlen.

 

Gemüse

In Gemüsefruchtfolgen mit Schwerpunkt auf Kohlanbau sollten Kreuzblütler nicht als Zwischenfrucht etabliert werden. Kreuzblütler fördern den Krankheitsdruck von Kohlhernie, Sclerotinia und Verticillium im Gemüse. Der Verzicht auf Kreuzblütler stärkt die Anbausicherheit und Vermeidung von Krankheiten. Zu den Kreuzblütler-Arten gehören: Ölrettich, Senf, Tiefenrettich, Winterrübsen, Winterraps, Markstammkohl, Leindotter. Bei zahlreichen Gemüse-, Gewürz- und Zierpflanzenkulturen spielt Sklerotinia ebenso eine wichtige Rolle. Sonnenblumen, Ramtillkraut, Perserklee, Alexandrinerklee, Sommerwicke und Futterraps sind Wirtspflanzen für Sklerotinia und sollten daher als Zwischenfrüchte in Gemüsefruchtfolgen unbedingt ausgeschlossen werden. Das Spektrum geeigneter Zwischenfrüchte in Gemüsefruchtfolgen ist sehr überschaubar. Als fruchtfolgeneutral im Gemüseanbau gelten beispielsweise Phacelia, Rauhafer, Buchweizen, Lein, Welsches Weidelgras oder Winterroggen.

Getreide

Getreidefruchtfolgen hat es sich bewährt Leguminosen zur zusätzlichen Stickstofffixierung in Zwischenfrüchten einzubinden. Die Nährstoffnutzungseffizienz im Getreide zur Sicherung von Erträgen und Qualitäten hat eine wichtige Bedeutung und wird über Zwischenfrüchte ermöglicht.

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Saattermin

Zwischenfrüchte können im Zeitraum von Juli bis Oktober etabliert werden. Je später der Saattermin erfolgt, desto geringer fällt die Biomassebildung aus. Die ober- und unterirdische Biomasse ist entscheidend für die Zwischenfruchteffekte und insbesondere die Humusbildung.

Frühsaat (ab Juli)

Zwischenfrüchte können je nach Erntezeitpunkt der Hauptkultur ab Juli gesät werden. Grundsätzlich gilt: Je früher die Zwischenfrucht etabliert wird, desto mehr Zeit hat die Zwischenfrucht, unter- und oberirdische Biomasse zu bilden. Bei der Artenauswahl muss jedoch die Eignung für einen frühen Saattermin berücksichtigt werden, da nicht jede Art ihr volles Potenzial bei früher Aussaat ausschöpft - beispielsweise Senf oder Grünroggen. Zudem ist bei einer Frühsaat auf ein mögliches Aussamen zu achten, insbesondere bei Arten wie Phacelia, Buchweizen, Ölrettich oder Senf.

Spätsaat (ab Ende August)

Auch nach einer späten Ernte der Hauptkultur kann noch erfolgreich eine Zwischenfrucht etabliert werden. Die Auswahl spätsaatverträglicher Zwischenfruchtarten ist begrenzt, aber dennoch vielfältig (z.B. Gelbsenf, Ölrettich, Welsches Weidelgras, Grünroggen, bedingt Phacelia). Auch nach einer späten Ernte der Hauptkultur kann noch erfolgreich eine Zwischenfrucht etabliert werden. Die Auswahl spätsaatverträglicher Zwischenfruchtarten ist begrenzt, aber dennoch vielfältig (z.B. Gelbsenf, Ölrettich, Welsches Weidelgras, Grünroggen, bedingt Phacelia).

Vorkultur

Die Hauptkultur vor der Zwischenfrucht beeinflusst den möglichen Saattermin der Zwischenfrucht. Erst wenn die Ernte der Hauptkultur abgeschlossen ist, kann je nach Verfahrensweise (z. B. Stoppelbearbeitung zur Bekämpfung von Ausfallgetreide) die Zwischenfrucht etabliert werden. Wintergerste wird bereits im Juli geerntet, beim Silomais dagegen kann die Ernte erst im September/Oktober erfolgen.

Witterungsverhältnisse

Die Witterungsverhältnisse nach der Aussaat beeinflussen maßgeblich die erfolgreiche Etablierung einer Zwischenfrucht. Bei Trockenheit sind keine optimalen Keimbedingungen gegeben. Hier ist gegebenenfalls auf den nächsten Regenschauer zu warten. Im Hinblick auf die Anforderungen an die Bodenfeuchtigkeit für die Keimung gibt es jedoch artspezifische Unterschiede.

Saatbettvorbereitung/Strohmanagement

Zwischenfrüchte sind wie eine Hauptkultur zu behandeln und haben je nach Art somit einen ähnlich hohen Anspruch an das Saatbett. Die meisten Arten benötigen einen guten Bodenschluss, um ausreichend Bodenfeuchtigkeit aufzunehmen und zuverlässig keimen zu können. Lichtkeimer wie beispielsweise Gräser können direkt auf die Bodenoberfläche gestreut werden und keimen in der Regel dennoch erfolgreich. Wichtig ist eine gleichmäßige Strohverteilung nach der Ernte für die Entwicklung der Zwischenfrucht. Große Strohmengen können die Zwischenfrucht im Wuchs behindern beziehungsweise ersticken, gerade bei Direktsaat ohne Einarbeitung der Strohreste.

Samenreife

Bei einer Frühsaat ab Juli ist bei der Artenauswahl die Neigung zur Samenreife zu berücksichtigen. Einige Arten wie Buchweizen oder Senf können bei früher Aussaat im Herbst aussamen. Aufgrund der langen Vegetationsdauer haben diese Arten ausreichend Zeit, reife Samen zu bilden. Um Durchwuchsprobleme in der Folgefrucht zu vermeiden, sollte der Saattermin bei empfindlichen Arten entsprechend angepasst werden. Bei einigen Arten wie Ölrettich und Senf stehen auch Sorten mit später Blühneigung zur Verfügung. Alternativ kann ein frühzeitiger Abreifeprozess durch einen Walzgang unterbrochen und die Samenbildung verhindert werden. Dies sollte jedoch nur bei tatsächlichem Aussamungsrisiko erfolgen, da der Walzgang andernfalls die mögliche Biomassebildung der Zwischenfrucht beeinträchtigen kann.

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Saattechnik

Eine Zwischenfrucht kann über verschiedene Saattechniken etabliert werden. Oft steht die Saattechnik in Verbindung mit dem Saattermin. Die Variante Bodenbearbeitung mit Drillsaat benötigt mehr Vorbereitungszeit, wodurch sich der Saattermin nach hinten verschiebt. Ein Drohneneinsatz ermöglicht dagegen den frühesten Saattermin ohne jegliche weitere Bearbeitungsschritte. Zu beachten ist bei der jeweiligen Saattechnik die Ausbringungseignung der Zwischenfruchtarten bzw. Mischungen zur Sicherung eines homogenen Feldaufgangs.

Drohne

Bei einer Drohnensaat erfolgt die Aussaat ohne eine zusätzliche Überfahrt auf der Fläche. Die Drohne ermöglicht frühe Saattermine durch die Ausbringung bereits vor der Ernte in abreifende Getreidebestände. Die Kosten betragen je nach Anbieter ab 30 Euro pro Hektar plus Anfahrtskosten. Hier sind allerdings bei der Artenauswahl die Anforderungen an die Ablage und Streufähigkeit zu berücksichtigen. Die Samen liegen lediglich auf der Bodenoberfläche und haben geringen Bodenkontakt. Grobkörnige Leguminosen benötigen für optimale Keimbedingungen einen geschlossenen Bodenkontakt und haben einen höheren Keimwasserbedarf. In Mischungen werden oft Arten mit unterschiedlichen Samengrößen bzw. -gewichten eingebunden. Hier ist die gleichmäßige Samenverteilung der unterschiedlichen Arten bei einer Streueinrichtung nicht immer gesichert.

Striegel mit Saatvorrichtung

Mit einer Kombination aus Strohstriegel und aufgesattelter Streueinrichtung erfolgt einerseits eine mechanische Unkrautbekämpfung und gleichzeitige flache Einarbeitung des Zwischenfruchtsaatguts mit schlüssigem Bodenkontakt. Ein nachfolgender Walzgang ist gerade bei trockenen Bedingungen zur Verbesserung des Bodenschlusses empfehlenswert.

Streutechnik

Eine Zwischenfrucht kann einfach und günstig mit einem Düngerstreuer oder Pneumatikstreuer ausgebracht werden. Hier sind allerdings bei der Artenauswahl die Anforderungen an die Ablage und Streufähigkeit zu berücksichtigen. Die Samen liegen lediglich auf der Bodenoberfläche und haben geringen Bodenkontakt. Grobkörnige Leguminosen benötigen für optimale Keimbedingungen einen geschlossenen Bodenkontakt und haben einen höheren Keimwasserbedarf. Deshalb empfiehlt sich (je nach artenspezifischer Anforderung an das Saatbett), nach der Streuung die Saat einzuarbeiten oder zu walzen. Bei Mischungen werden oft Arten mit unterschiedlichen Samengrößen bzw. -gewichten kombiniert. Hier ist die gleichmäßige Samenverteilung der unterschiedlichen Arten bei einer Streueinrichtung nicht immer gesichert.

Direkt-/Mulchsaat

Einige Direkt- und Mulchsaatmaschinen verfügen über mehrere Tanks und Säschare. Somit kann die Aussaat unterschiedlicher Ablagetiefen der Zwischenfruchtarten mit einem Arbeitsgang erfolgen.

Drillsaat

Die Zwischenfrucht kann über die normale Drillmaschine in Kombination mit einer Bodenbearbeitung

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Artenauswahl

Für eine Zwischenfrucht steht eine Vielfalt von verschiedenen Arten zur Verfügung. Bei der Artenauswahl stehen die Anbausicherheit sowie die praktizierten Anbausysteme (Fruchtfolge, Aussaattechnik) im Vordergrund.

Reinsaat/Mischungen

Ist die Fruchtfolgeverträglichkeit von mehreren Arten in einer Mischung nicht gegeben, ist eine Reinsaat die sicherere Anbauvariante. Mischungen fördern die floristische und faunistische Vielfalt auf der Fläche, im Boden und in der Fruchtfolge. Bei Eigenmischung von Zwischenfrüchten muss auf den relativen Gewichts- oder Samenanteil geachtet werden.

Konkurrenzvermögen

Um Ausfallgetreide und Unkräuter/Ungräser wirkungsvoll zu unterdrücken, müssen Zwischenfrüchte eine schnelle Anfangsentwicklung aufweisen. Die Konkurrenzkraft der Zwischenfruchtarten muss durch dominante Zwischenfrüchte abgesichert werden.

Stickstofffixierung

Die Einbindung von Leguminosen in Zwischenfrüchten ermöglicht eine zusätzliche Stickstofffixierung aus der Luft. Gerade in roten Gebieten wirkt sich die Zufuhr von Stickstoff über Leguminosen positiv auf die Fruchtfolgeglieder aus.

Geeignete Arten: Luzerne, Wicken, Klee, Lupinen, Ackerbohnen, Erbsen, Serradella.

C/N-Verhältnis

Zwischenfruchtarten besitzen unterschiedliche C/N-Verhältnisse. Das C/N-Verhältnis hat einen Einfluss auf die Verfügbarkeit von Stickstoff für die Folgekultur. Zwischenfrüchte mit engem C/N-Verhältnis werden schneller mineralisiert als Zwischenfrüchte mit weitem C/N-Verhältnis. Grundsätzlich weisen die verschiedenen Pflanzenzeile (Blatt, Stängel, Wurzel) unterschiedliche C/N-Verhältnisse auf. Die Wurzel hat in der Regel wesentlich weitere C/N-Verhältnisse als die oberirdische Biomasse und fördert eher stabile, das heißt schwer abbaubare Humusformen.

Ablagetiefe

Welche artspezifischen Keimbedingungen benötigen die Samen? Brauchen diese einen geschlossenen Bodenkontakt mit hoher Wasserverfügbarkeit im Saathorizont, wie zum Beispiel grobkörnige Leguminosen, oder sind die Arten Lichtkeimer? Lichtkeimer keimen schon bei einer Ausbringung auf der Bodenoberfläche ohne oder nur mit geringer Bodenbedeckung (zum Beispiel Gräser). Die Saatgutablage spielt für eine erfolgreiche Keimung eine entscheidende Rolle. Die entsprechenden Arten dürfen nicht zu tief und nicht zu flach abgelegt werden. Die Ablagetiefe der verschiedenen Arten sollte sich an der Keimkraft orientieren. Große Samen (zum Beispiel Ackerbohnen) haben in der Regel einen höheren Keimwasseranspruch und weisen eine höhere Keimkraft auf als kleinsamige (zum Beispiel Rotklee). Das heißt, großkörnige Arten sind tiefer abzulegen als kleinsamige.

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Effekte

Zwischenfrüchte haben viele positive Umwelt- und Pflanzenbaueffekte und können sich lohnen.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Gute Saatgutqualitäten wie hohe Keimfähigkeit oder Sortenreinheit bei Zwischenfruchtmischung erhöhen die Chancen für eine zügige und flächendeckende Etablierung und können somit den Erfolg der Maßnahme beeinflussen. Nur unter guten Voraussetzungen kann die nachfolgende Hauptkultur bestmöglich von den positiven Effekten wie beispielsweise Ertragssteigerung, reduzierter Pflanzenschutz, höhere Nährstoffverfügbarkeit etc. profitieren. Es gilt also, einen guten Kompromiss zwischen dem Preis und der Qualität/Zusammensetzung der Zwischenfrucht zu finden.

Nährstoffspeicherung und -lieferung

Zwischenfrüchte können Nährstoffe effektiv in der Fruchtfolge akkumulieren. Sie speichern im Herbst auswaschungsgefährdete Nährstoffe und stellen diese wieder für die Folgekulturen zur Verfügung. Leguminosen fixieren Stickstoff über die Luft und bringen zusätzlichen Stickstoff in die Fruchtfolge. Gerade in roten Gebieten hat die effektive Nährstoffnutzung eine bedeutende Rolle. Vorhandene Nährstoffe müssen im System genutzt werden. Bei Gräsern hingegen, die ein weites C/N-Verhältnis aufweisen, kann es dagegen in der unmittelbaren Folgekultur zu N-Fixierung kommen beziehungsweise zu nicht adäquaten N-Freisetzungsprozessen. Dies ist bei der Düngung zu berücksichtigen.

Düngereinsparung

Durch die Nährstoffspeicherung und -freisetzung dienen Zwischenfrüchte als kontinuierliche Nährstofflieferanten für die Folgekulturen. Je nach Artenzusammensetzung und Standzeit kann die Folgekultur von diesen N‑Flüssen profitieren und gegebenenfalls kann Dünger eingespart werden. In roten Gebieten kann die eingeschränkte Düngemöglichkeit durch die Integration von geeigneten Zwischenfrüchten (vor allem von Leguminosen) kompensiert werden.

Ertrags- und Qualitätssteigerung/-sicherung

Zwischenfrüchte können einen positiven Effekt auf Erträge und Qualitäten der nachfolgenden Hauptkulturen haben. Bei langjährigem Anbau verbessern Zwischenfrüchte die Bodenfruchtbarkeit. Ein fruchtbarer Boden stellt eine wichtige Ausgangsbasis zur Förderung der Wachstumsbedingungen und Ertragsbildung der Hauptkulturen dar.

Kohlenstoffspeicherung

Mit Zwischenfrüchten wird zusätzliche Biomasse auf der Ackerfläche erzeugt, die über die Photosynthese Kohlendioxid aus der Luft bindet und langfristig im Boden als Kohlenstoff speichert und zur Humusanreicherung beiträgt.